Satoshi erzählt die Gründungslegende von Bitcoin als Liebesgeschichte dreier Menschen, die einander nicht vertrauen können – und die deshalb Geld bauen, das ohne Vertrauen funktioniert.
Jeder von ihnen baut an der Maschine, um etwas nicht tun zu müssen. Lana, die Ökonomin, deren Familie der argentinische Staat 2001 über Nacht enteignet hat, muss sich nicht entscheiden – zwischen zwei Männern, zwei Kontinenten und zwei Leben –, solange die Arbeit am Projekt sie davon abhält. Arthur, ein Kryptograph, der beim Zusammenbruch der UdSSR heimatlos wurde, muss nichts fühlen, solange er im Code versinkt. Samuel, ein Quant an der Wall Street, dessen Vater an der Finanzkrise zerbricht, muss niemandem mehr vertrauen, solange er nur die Mathematik kontrolliert.
Kennengelernt haben sie sich 2007 auf dem Burning-Man-Festival in Nevada: Zwei Männer verlieben sich in dieselbe Frau – und alle drei in dieselbe Idee. Im Rausch des Festivals finden sie eine Lösung für ein Problem, an dem Mathematiker seit Jahrzehnten scheitern – Geld ohne zentrale Instanz – und schließen einen gemeinsamen Pakt. Die oberste Regel: Wer enttarnt wird, verschwindet.
Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bauen sie in einer Kreuzberger Fabriketage das erste digitale Geld, das niemandem gehört: keiner Bank und keiner Regierung. Die Arbeit gibt ihnen den perfekten Vorwand, nie auszusprechen, was zwischen ihnen ist. Doch im Herbst 2008, als die neun Seiten erscheinen, ist Lana schwanger – von einem der beiden Männer. Sie will nicht wissen, von wem.
Die Erfindung von Bitcoin gelingt, gerade weil sie ohne Vertrauen auskommt. Die drei scheitern aus demselben Grund. Davon erzählt dieser Roman.